Werkstoff (Materials) Sektor – 4 Unternehmen im Aktien-Check

In der heutigen Aktien Analyse widme ich mich dem Werkstoff (Materials) Sektor. Dafür Analysiere ich heute vier Unternehmen aus zwei verschiedenen Sparten „Industriegase“ und „spezielle Chemikalien“.

Wenn ich mich für ein Unternehmen oder Sektor interessiere, macht es für mich am meisten Sinn, wenn ich mir dazu mehrere Unternehmen anschaue und diese miteinander vergleiche. Immerhin bin ich als potentieller Investor auf der Suche nach den Aktien mit der höchsten Qualität und dem besten Gesamtpaket.

Namentlich geht es heute um die Unternehmen Air Products & Chemicals, Sherwin-Williams Company, Linde PLC und PPG Industries.

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Doch welche Aktien sind wirklich einen Kauf wert?

Grundsätzlich muss ein Unternehmen für mich drei wichtige Kriterien erfüllen:

  1. Schutz meiner Investition: Ich möchte das Risiko eines Kapitalverlustes so gering wie möglich halten bzw. mindestens mein eingesetztes Kapital erhalten.
  2. Rückerstattung der investierten Summe: Wenn ich Geld investiere, möchte ich es irgendwann zurückbekommen. Dies geschieht in meinem Fall durch die Dividenden und deren Wachstum. Es ist also auch hier elementar wichtig, dass die Dividenden so sicher wie möglich sind.
  3. Ertrag auf das investierte Kapital: Hier geht es um den gesamten Gewinn bezogen auf mein eingesetztes Geld. Denn neben der Dividendenzahlung sollen natürlich auch die Kurse gewinnbringend steigen.

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Vorgehen und Bewertung

Vorgehen

Wie Eingangs erwähnt, schaue ich auf 3 – 5 Unternehmen aus dem Bereich und erhebe für jedes einzelne Unternehmen die Daten. Die Daten wurden von seekingalpha.com, gurufocus.com, finbox.com, portfoliovisualizer.com und standardandpoors.com entnommen.

Anschließend vergleiche ich dann die einzelnen Unternehmen mit den Durchschnittswerten und bewerte diese dann. Außerdem ziehe ich in einigen Bereichen noch die Performance des S&P 500 als Vergleichswert hinzu.

Grundsätzlich basiert die Analyse auf 5 Kernbereichen in denen jeweils unterschiedliche Fundamentaldaten und Kennzahlen zum Einsatz kommen.

  • Unternehmenssicherheit (9 Daten)
  • Dividendensicherheit (3 Daten)
  • Profitabilität (6 Daten)
  • Attraktivität (16 Daten)
  • Valuation (Fair Value)

Anmerkung: Wenn du mehr über die einzelnen Fachbegriffe und Kennzahlen wissen oder lernen möchtest, kannst du dir gerne meinen Artikel „Die Kunst gute Dividenden-Unternehmen zu finden“ anschauen. Die Analyse hier basiert auf dieser Grundlage.

Bewertung

Insgesamt werden über 34 Daten erhoben, mit dem Durchschnitt verglichen und dann nach verschiedenen Gesichtspunkten bewertet. Die Gesamtpunktzahl liegt hier bei 65 Punkten.

Meine Bewertungsskala basiert auf der Auswertung von knapp 60 Unternehmen (u.a. 40 Dividenden-Aristokraten und Unternehmen wie Microsoft, Apple etc.). So kann ich auch sektorübergreifend einzelne Aktien miteinander vergleichen.

Zur optischen Auswertung habe ich Sterne vergeben. Da ich eine recht strenge Bewertung zu Grunde lege, gelten Unternehmen ab 3 Sternen als Investment-Case.

Analyse-Bewertung

Info Box

1 – 2 Sterne = kein Investment-Case
2,5 Sterne = spekulative Gelegenheit, auf Gewichtung im Depot achten.
3 Sterne = solides Unternehmen mit dem man nicht viel falsch machen kann.
4 Sterne + = absolutes Top-Unternehmen

Die zweite Sternbewertung spiegelt die Kaufgelegenheit wieder. Diese basiert auf der erreichten Gesamtpunktzahl und dem dementsprechenden Sicherheitsnetz zur Fair Value.

Preis-Bewertung

Info Box

0 Sterne = überteuert oder auf Grund der Analyse-Bewertung irrelevant, da kein Investment-Case
1 Stern = potentielle Kaufgelegenheit | leicht unterbewertet
2 Sterne = gute Kaufgelegenheit | gute Unterbewertung
3 Sterne = hervorragende Kaufgelegenheit | starke Unterbewertung


Das Bewertungsschema kannst du dir hier ansehen:


Nun aber zur eigentlichen Analyse. Ich habe in den letzten Tagen an einer neuen, effektiveren Übersicht zur Bewertung gearbeitet und hoffe so zum einen die wichtigsten Daten auf einen Blick darstellen zu können, zum anderen die Textlänge reduzieren zu können (bei gleicher Qualität) und zum dritten kannst du diese Analysen einfach als PDF speichern und mit anderen Unternehmen vergleichen.

Werfen wir also einen Blick auf die Unternehmen!


Unternehmensanalyse

Die hier verwendeten Daten wurden am 19.02.2021 ausgewertet. Alle Anmerkungen beziehen sich auf diesen Zeitraum. Dies ist zu berücksichtigen, wenn ich meine persönliche Meinung zu „aktuellen“ Investment-Möglichkeiten gebe.

Platz 4 – PPG Industries (PPG)

Datenblatt / Analyse-Auswertung Linde PLC Stand: 20.02.21 | Quelle: vermoegendezeiten.de

PPG kann vor allem Stärken in der Unternehmensstabilität vorweisen. Hier erzielt das Unternehmen 5 von 5 Sterne. Gerade der F-Score von 7 und das Debt / Capital Verhältnis von 16,5% unterstreichen diese Bewertung deutlich.

Auch bei der Dividendensicherheit weiß PPG zu überzeugen. Mit einer soliden Payout-Ratio von 30% und einem EPS-Wachstum von über 10% ist die Dividende mehr als ausreichend geschützt. Dies gepaart mit einem Dividendenwachstum von 48 Jahren ergibt einen stabilen Dividendenzahler. Leider ist das Dividendenwachstum mit 8% im 5 Jahresschnitt nicht so stark, wie bei den anderen Unternehmen.

Auch in den Punkten Profitabilität und Attraktivität kann das Unternehmen nicht wie die Anderen überzeugen. Hier weißt lediglich Linde noch schwächere Werte vor.

Was mir hier ein bisschen Sorgen bereitet, sind die rückläufigen Werte bei der Revenue, dem operating Income und dem Net Income. Hinzu kommt ein aktueller Preis, der oberhalb der Fair Value liegt. In meinen Augen ist PPG ein solides Unternehmen, welches seine Stärken und Schwächen hat. Allerdings ist es für mich kein Investment-Case, vor allem wenn man die Alternativen berücksichtigt.


Platz 3 – Linde PLC (LIN)

Datenblatt / Analyse-Auswertung Linde PLC Stand: 20.02.21 | Quelle: vermoegendezeiten.de

Tatsächlich weißt Linde (für mich eher überraschend) die schwächsten Werte von allen 4 Unternehmen auf. Linde konnte in keinem Bereich wirklich überzeugen. Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass das Unternehmen nur in 7 von 24 Werten besser als die anderen Unternehmen war.

Linde hat nichts desto trotz solide Werte in den Bereichen der Stabilität. Ein Kredit-Rating von A, gepaart mit einem F-Score von 7 und einem Debt / Capital Verhältnis von 18,5% zeigt ein starkes Grundgerüstet.

Das Unternehmen steigert zwar erst seit 2 Jahren die Dividende, hat dies aber dafür immer um 10% getan. Auch die Payout-Ratio liegt mit 46% im Idealbereich. Das EPS-Wachstum deckt das Dividendenwachstum gut ab.

Viele Punkte hat das Unternehmen vor allem im Bereich der Profitabilität und Attraktivität verloren. Hier konnte Linde bei weitem nicht mit den Top 2 mithalten.

Nun warum liegt Linde bei mir trotzdem vor PPG?

Dies liegt vor allem an den sehr starken Umsatzzahlen. Sowohl bei der Revenue, als auch beim operating Income und dem Net Income haben sie die Zahlen in den letzten 5 Jahren fast verdoppelt. Das Unternehmen zeigt also extrem starke Wachstumszahlen. Daher gehe ich davon aus, dass sich die Zahlen bei der Attraktivität weiter nach oben verändern werden. Ich sehe hier also einfach mehr Potential als bei PPG.

Nichts desto trotz liegt der aktuelle Preis im Bereich der Fair Value und deshalb würde ich hier nur kaufen, wenn sich der Preis nochmal nach unten korrigiert. Ein Preis um $240 wäre für mich ein guter Einstiegspreis.


Platz 2 – Air Products & Chemicals (APD)

Datenblatt / Analyse-Auswertung Air Prodcuts & Chemicals Stand: 20.02.21 | Quelle: vermoegendezeiten.de

Air Products & Chemicals hat in der Analyse starke 82% erhalten und liegt nur 1% hinter dem ersten Platz. Insgesamt war das Unternehmen sogar im direkten Vergleich mit den anderen 3 Unternehmen in 63% der Fälle besser als der Durchschnitt.

In Punkto Profitabilität und Attraktivität muss sich APD nur dem ersten Platz geschlagen geben. Mit 142% Total Returns in den letzten 5 Jahren lässt das Unternehmen sogar den S&P500 hinter sich. Auch in der Kurssteigerung liegt APD nur knapp hinter dem S&P500. Aus Investoren-Sicht bleiben in dem Bereich keine Wünsche offen.

Hinzu kommt eine gute Unternehmensstabilität mit einem Kredit-Rating von A und einem Debt / Capital Verhältnis von 34%.

Auch im Bereich der Dividende ist das Unternehmen äußerst attraktiv. Es zahlt die höchste Rendite, bei einem Dividendenwachstum von über 12% und konnte diese bereits seit 38 Jahren kontinuierlich steigern. Auch die Payout-Ratio von 66% liegt noch absolut im Rahmen.

Revenue, Operating Income und Net Income zeigen weitestgehend positive Trends, allerdings sind diese nicht so stark, wie bei den anderen Unternehmen.

Air Products & Chemicals zeigt als einziges Unternehmen aktuell eine leichte Unterbewertung an. Wenn man sich die Preise der letzten Monate anschaut, könnte hier eine gute Einstiegsmöglichkeit sein. Daher biete sich hier aktuell meiner Meinung nach ein Investment-Case.


Platz 1 – Sherwin – Williams Company (SHW)

Datenblatt / Analyse-Auswertung Sherwin-Williams Company Stand: 20.02.21 | Quelle: vermoegendezeiten.de

Sherwin-Williams hat insgesamt in der Analyse am besten abgeschnitten und 83% bzw. 4 von 5 Sternen erreicht. Viel besser geht es nicht.

Sowohl bei der Profitabilität, als auch bei der Attraktivität weißt das Unternehmen super starke Werte auf. Total Returns in den letzten 5 Jahren stellen sogar den S&P 500 in den Schatten. Allgemein lagen hier die Werte nicht nur höher, als bei den anderen 3 Unternehmen, sondern auch in jedem Bereich über dem S&P 500. Für Investoren also äußerst ansprechend.

Das Unternehmen zahlt seit 21 Jahren, bei einer Payout-Ratio von 20% (könnte gerne etwas höher sein), eine Dividende. Das Dividendenwachstum liegt bei knapp 15% und ist durch das EPS-Wachstum ausreichend abgesichert.

Da das Unternehmen in nächster Zeit (23.03.2021) einen 3 zu 1 Aktien Split vornehmen wird, wird sich die Rendite dementsprechend nach oben korrigieren (aktuell 0,91%).

Auch die Umsätze (Revenue, Net Income, Operating Income) zeigen klar nach oben.

Das Unternehmen ist noch voll auf Wachstum ausgelegt und durch den Split werden die Shares wieder deutlich günstiger zu erwerben sein. Dies könnte wiederum mehr Investoren anziehen und so wieder gute Preis-Returns in den nächsten Jahren einbringen.

Die einzigen kleinen Mankos sind für mich zum einen der aktuelle Preis, welcher an der Fair Value liegt und zum anderen das Kredit-Rating von BBB-. Auch das Debt / Capital Verhältnis ist aktuell mit 70% recht hoch, unterstreicht aber im Prinzip nur das starke Wachstum in den letzten Jahren. Beides gibt für mich hier keinen Anlass zur Sorge.

Tatsächlich könnte sich trotz des aktuellen Preises, auf Grund des Splits, ein jetziger Einstieg noch lohnen. Alles in allem ist Sherwin-Williams ein top Unternehmen und für Investoren auf jeden Fall ein Investment-Case. Aus meiner Einschätzung bietet das Unternehmen, wenn es sich so weiter entwickelt die beste Möglichkeit für starke Total Returns.


Ich hoffe du hattest Spaß beim Lesen und konntest einige Informationen mitnehmen. Wenn du Fragen, Anmerkungen oder Feedback hast, lass doch einen Kommentar da. Würde mich freuen!


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