Investieren für Anfänger

Wenn du als Anfänger investieren möchtest, solltest du auf einige Dinge achten. Du möchtest dein Geld immerhin sinnvoll anlegen und zwar so, dass es in Zukunft mehr wert sein wird. Damit du erfolgreich investieren kannst, ist es erstmal wichtig zu verstehen warum eine gute Geldanlage so bedeutend ist.

Dies fördert die Motivation und gibt dir gleichzeitig ein Ziel. Danach stellt sich natürlich die Frage, wie du dein Geld anlegen kannst und welche Voraussetzungen du dafür erfüllen solltest.

Also was kannst du von diesem Beitrag erwarten?

  • Warum solltest du investieren?
  • Wieso ist es so sinnvoll früh zu starten?
  • Wie kannst du investieren und welche Investitionsarten gibt es?
  • Welche Grundlagen brauchst du, um sinnvoll investieren zu können?

Warum solltest du investieren?

Nun die Antwort darauf ist eigentlich recht simpel. Niedrigzinsen und Inflation. Hast du mal geschaut, wie viel Prozent an Zinsen du auf deinem Tagesgeldkonto oder Sparbuch bekommst? Meist liegen die Werte hier zwischen 0,01 – 0,1%. Die Inflation, also der Verlust deiner Kaufkraft pro Euro liegt bei 2% pro Jahr.

Um das Problem zu verdeutlichen brauchst du dich nur ein paar Jahre zurück erinnern. Damals kostete eine Kugel Eis 0,90€ – 1,00€. Mittlerweile liegen die Preise bei 1,20€ aufwärts. Du erhältst pro € also weniger Leistung.

Dieses Beispiel könnte man durch beliebige Leistungen oder Produkte ersetzen. Das Resultat bleibt immer gleich.


Wieso ist es so sinnvoll, wenn du früh mit dem Vermögensaufbau startest?

Beim Investieren ist die Zeit dein bester Freund. Je eher du also mit der Geldanlage startest, desto mehr profitierst du am Ende davon. Dies ist nur logisch, da du zum einen mehr Kapital anhäufen kannst und zum anderen kann das Geld dann länger für dich arbeiten. Der wohl wichtigste Aspekt ist aber der Zinseszinseffekt.

Das Beste vorweg: Du brauchst weder ein bestehendes Vermögen, noch musst du im Monat Unsummen investieren, damit du eine effektive Geldanlage aufbauen kannst. Wenn du dein Geld beispielsweise in Aktien anlegen möchtest, kannst du dies bereits mit wenig Geld tun.

Beispiel 1: Einmaliges Investment von 6.000€

Du bist 25 Jahre alt und investierst einmalig 6.000€ bei einer Rendite von 6%. Mit 65 Jahren hättest du aus deiner Anlage stolze 61.714€ gemacht. Wenn du erst mit 30 Jahren diesen Betrag investieren würdest, läge der Betrag bei 46.100€.

Eine möglichst gute Rendite macht einen riesen Unterschied aus. Bei 10% würdest du beispielsweise aus deinen 6.000€ nach 40 Jahren 271.555€ erhalten, nach 35 Jahren nur noch 168.000€. Eine enorme Differenz. Allerdings merke dir: „Je höher die Rendite, desto höher kann bzw. wird das Risiko sein.“

Beispiel 2: Einmaliges Investment von 600€ + 50€ monatlicher Sparplan

Stell dir vor du wärst unser 30 jähriges Beispiel. Allerdings hattest du dich mit 20 Jahren entschieden, dass du einmalig 600€ investierst und dann 50€ monatlich in einem Sparplan ansparst – bis du 6.000€ hättest. Für die 6.000€ würdest du auf diesem Weg 7 Jahren benötigen. Ob du dieses Geld nun 35 Jahre oder 38 Jahre anlegen kannst, macht den Unterschied zwischen 46.100€ und 54.900€ aus.

Wenn du also effektiv ein Vermögen aufbauen möchtest, solltest du lieber heute als morgen damit anfangen!

Anmerkung: Bei den oben genannten Kalkulationen sind weder Steuerabzüge, noch mögliche Dividendengewinn mit einberechnet.

Beispiel 3: Vermögensbooster

Wenn du jetzt noch zusätzlich zu deinen 6.000€, monatlich 100€ in einen Aktiensparplan investieren würdest, dann hättest du mit 65 Jahren ein Vermögen von ca. 220.000€ aufgebaut.


finanzielle Planung

Bevor du dein erstes Investment tätigst, solltest du dir eine Übersicht über deine Finanzen verschaffen.

  • Notgroschen
  • Schuldenübersicht
  • Investitionssumme

Notgroschen

Der Notgroschen ist, wie der Name schon sagt deine Rücklage. Im Idealfall sollte der Betrag so groß sein, dass du deinen Lebensunterhalt mind. 3 Monate davon bestreiten könntest. Diesen Betrag solltest du zuerst sparen, bevor du größere Summen investierst. Es können immer unvorhergesehen Dinge im Leben passieren und nichts ist für deinen Vermögensaufbau schlimmer, als keine Rücklagen zu haben.

Sobald du auf deine Investments zurückgreifen musst, passieren mehrere Dinge:

  • Im schlechtesten Fall ist gerade ein Ereignis passiert, welches dein Investment (z.B. Aktien) negativ beeinflusst. Durch Corona sind die Aktienmärkte rapide eingestürzt. Wenn du da jetzt hättest verkaufen müssen, hättest du wahrscheinlich ordentlich Verluste realisiert.
  • Zusätzlich verlierst du durch den Aktienverkauf deine Dividenden und bei einmaligen Investitionen deine Anfangsrendite.

Dies würde dich im Vermögensaufbau wieder deutlich nach Hinten werfen.

Schuldenübersicht

Bevor du mit dem Investieren anfängst, solltest du dir über deine Schulden bewusst werden. Gerade Schulden mit hohen Zinsen fressen ansonsten deine Investmentrendite auf. Betrachte also die Rückzahlung deiner Schulden als eigenständige Investition.

Denn mit jedem Euro den du zurückzahlst, reduzierst du deine zukünftige Zinslast. Du bekommst durch die Reduzierung der Zinsen also quasi eine direkte Rendite.

Ich habe zum Thema „effektiver Schuldenabbau“ einen separaten Beitrag verfasst. Wenn du mehr dazu wissen möchtest, kann ich dir diesen Artikel empfehlen.

Investitionssumme

Die Investitionssumme richtet sich natürlich nach deinem Ermessen. Unabhängig von der einmaligen Investitionssumme würde ich auf jeden Fall schauen, dass monatlich wenigstens ein Sparplan nebenbei bespart wird. Ob das nun 25€ oder 200€ sind, hängt von deinem Einkommen und deinen Schulden ab.

Eine gute Methode zur Bestimmung der monatlichen Mittel kann die 50-30-20 Regel sein. Was das genau ist und wie sie dir weiterhelfen kann, erfährst du in meinem Beitrag „Wie bringe ich Ordnung in meine Finanzen?“.

Wenn du diese Vorkehrungen alle getroffen hast, steht deinem Investment nichts mehr im Weg. Nun geht es darum zu schauen, wie du investieren kannst.


Wie kannst du investieren und welche Investitionsarten gibt es?

Dein Geld kannst du auf unterschiedliche Arten anlegen. Im Folgenden werde ich auf einige Möglichkeiten genauer eingehen.

  • Kryptowährung
  • Immobilien
  • P2P-Kredite
  • Wertpapiere

Kryptowährung

Die Kryptowährung ist ein digitales Zahlungsmittel. Es handelt sich hierbei jedoch um keine Währung im eigentlichen Sinne. Kryptowährungen sind unabhängig von Notenbanken und unterstehen damit weder Behörden, noch anderen Institutionen. Wie beim normalen Zentralbankengeld, handelt es sich bei der Kryptowährung um „Fiatgeld“.

Diese Währung wird wie normales Geld aus dem Nichts erschaffen und hat außer dem Gebrauchswert, keinen inneren Wert. Der Wert der Währung basiert also auf Angebot und Nachfrage.

Du kannst Echtgeld für Kryptowährung tauschen. Wenn hier der Wert steigt, kannst du sie wieder mit Gewinn in Echtgeld zurücktauschen. Die bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin.

Immobilien

Die gute, alte Immobilie ist wohl immer noch die beliebteste und bekannteste Geldanlage in Deutschland. Wenn du eine Wohnung oder ein Haus kaufst, tust du dies für deine Zukunft. Einen Gewinn erzielst du erst, wenn du die Immobilie abbezahlt, verkauft oder vermietet hast.

Wenn du das Kapital hast, um eine Immobilie zu erwerben und diese dann vermietest, gibt es wohl wenig bessere und sicherere Geldanlagen – außer die Immobilienblase platzt irgendwann. Allerdings musst du dich dann um die Belange der Mieter etc. kümmern und du brauchst natürlich dementsprechend erstmal das Kapital.

P2P-Kredite

Beim P2P-Kredit (anderer Begriff Crowdlending) handelt es sich um eine Kreditvergabe zwischen zwei Privatpersonen. Diese Art der Kreditvergabe funktioniert ohne Banken und bietet oftmals attraktive Renditemöglichkeiten.

Crowdlending unterscheidet sich zum Crowdfunding und Crowdinvesting. Crowdlending ist im Prinzip eine Untergruppe vom Crowdfunding. Während es beim Crowdfunding verschiedene Möglichkeiten gibt, um Geld zu sammeln, bezieht sich Crowdlending ausschließlich auf die Kreditvergabe.

Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine Mitbeteiligung bei einer großen Finanzierung. Zum Beispiel um Immobilien zu finanzieren.

Wertpapier

Ein Wertpapier ist eine Urkunde mit dessen Erwerb du bestimmte Rechte zu gesprochen bekommst. In der Regel beinhaltet dieses Recht einen Anspruch auf regelmäßige Erträge aus Gewinnen. Hier sind beispielsweise die Dividenden bei Aktien oder die Zinsen bei Anleihen zu nennen.

Wertpapiere halten also deine Beteiligung an einem Unternehmen oder ein Schuldverhältnis in schriftlicher Form fest. Dies wird auch verbrieftes Recht genannt, wodurch diese Wertpapiere erst handelbar sind.

Neben den oben genannten Aktien und Anleihen gibt es noch Fonds und ETFs.

Um mit Wertpapieren handeln zu können, benötigst du ein Wertpapierdepot. Ein solches Depot kannst du so ziemlich bei jeder Bank eröffnen, allerdings rate ich von stationären Banken ab. Die Sparkasse, Deutsche Bank oder ähnliche haben in der Regel deutlich höhere Gebühren, als eine Onlinebank (Direktbank).

Bei den Direktbanken kann ich zum Beispiel die ING Bank oder die Consorsbank* empfehlen. Ich bin dort selbst Kunde. Du kannst bei beiden ein kostenloses Wertpapierdepot eröffnen. Wenn du dich genauer über die Kosten informieren möchtest, habe ich in meinem Artikel „Welcher Aktien-Broker passt zu mir?“ die gängigsten Depots miteinander verglichen.

Anleihen

Anleihen sind Wertpapiere, die auf einem Schuldverhältnis beruhen. Wenn du eine Anleihe kaufst, gibst du dem Gegenüber quasi einen Kredit. Wie bei Krediten üblich, bekommst du dann nicht nur dein Geld zurückgezahlt, sondern auch noch, vorher festgelegte, Zinsen.

Oftmals werden Anleihen von Staaten oder auch Unternehmen herausgegeben. Anleihen bieten aktuell jedoch sehr niedrige Zinsen und je nach Staat oder Unternehmen gibt es natürlich auch hier Risiken.

Fond

Ein Fond ist eine Anlageform bei der eine Investmentgesellschaft in mehrere Anlagewerte gleichzeitig investiert. So werden natürlich die Risiken reduziert. Wenn du in einen Fond investierst, kaufst du Fondsanteile. Dies ist auch schon mit kleinen Beträgen möglich.

Es gibt offene und geschlossene Fonds. Du solltest darauf achten, dass du in offene Fonds investierst. Hier kannst du nämlich deine Anteile kurzfristig wieder verkaufen. Bei geschlossenen Fonds ist dein Geld für einen Zweck langfristig gebunden und du kommst erst mal nicht an dieses Geld heran.

ETF (Exchange Traded Fund)

Eine gute und einfache Art der Kapitalanlage bieten ETFs. In einem ETF werden verschiedene börsengehandelte Unternehmen geführt. Es handelt sich um einen so genannten Indexfond. Das heißt, dass sie einen Index wiederspiegeln – inklusive der genauen Verteilung und Gewichtung der einzelnen Unternehmen.

Ein solcher Index ist beispielsweise der DAX (Deutsche Aktien Index). Der Dax beinhaltet die 30 größten deutschen Börsenunternehmen. Ein ETF zum DAX würde diesen also 1 zu 1 spiegeln. Dieses Wertpapier ermöglicht es dir in ganze Märkte zu investieren, ohne dabei einzelne Aktienunternehmen kaufen zu müssen. Auch ist es möglich über einen ETF in andere Anlagearten, wie Rohstoffe zu investieren.

Im Vergleich zu einem klassischen, aktiv gemanagten Fond bietet ein ETF mehrere Vorteile. Zum einen bildet ein ETF einen fest vorgeschrieben Index ab, d.h. aufwendige Analysen etc. entfallen – es wird kein Fondsmanager benötigt.

Man spricht hier auch von einem passiven Fond. Dadurch fallen natürlich nicht so hohe Gebühren an. Außerdem weißt du immer worin der ETF investiert ist. Die Zusammensetzung einzelner Indizes, wie z.B. der DAX, sind öffentlich bekannt. Und dadurch, dass du nicht in ein einzelnes Unternehmen investierst, sondern gleich in mehrere, senkst du dein Risiko.

Gerade für einen Anfänger eignen sich ETFs sehr gut. Wenn du mehr zum Thema ETF erfahren möchtest, kann ich dir das Buch „Anlegen mit ETF: Geld bequem investieren mit ETF und Indexfonds*“ von Brigitte Wallstabe-Watermann, Antoine Klotz, Dr. Gisela Baur, Hans G. Linder empfehlen.

Aktien

Aktien sind Unternehmensanteile. In dem Moment wo du eine Aktie kaufst, besitzt du ein Stück von einem Unternehmen und hast dementsprechend Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung. Die gängigsten Strategien um in Aktien zu investieren, sind die Wachstumsstrategie und die Dividendenstrategie.

Bei der Wachstumsstrategie investierst du in Unternehmen, die ein ordentliches Wachstumspotential haben. Hierzu gehören beispielsweise Shopify, Amazon, Alphabet und andere. Diese Unternehmen zahlen meist keine Dividenden.

Du kaufst also die Aktie und hoffst, dass sie in den nächsten Jahren deutlich an Wert zulegt, damit du sie zu einem guten Zeitpunkt wieder verkaufen kannst.

Die Dividendenstrategie setzt auf Unternehmen die eine Dividende auszahlen. Eine solche Dividende ist in dem Fall deine Gewinnbeteiligung. Bei dieser Art der Anlage geht es darum, stabile Unternehmen zu finden, die langfristig gesichert eine Dividende zahlen und diese im Idealfall Jahr für Jahr steigern. Mit dieser Strategie kannst du dir also ein monatliches passives Einkommen aufbauen, ohne dass du die Aktien verkaufen musst.


Zusammenfassung

  • Du musst dein Geld so anlegen, dass du mindesten 2% Gewinn erwirtschaftest, damit du die Inflation überwindest.
  • Deinen Vermögensaufbau kannst du schon mit wenig Geld starten.
  • Zeit ist dein bester Freund – je eher du mit der Geldanlage beginnst, desto ertragreicher wird es.
  • Nutze für ein besseres und effektiveres Vermögenswachstum den Zinseszins-Effekt. Reinvestiere die verdienten Dividenden und investiere regelmäßig – auch Kleinstbeträge (z.B. über einen Sparplan)
  • Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du einen Notgroschen anlegen und hochverzinste Schulden zu erst abbezahlen.
  • Es gibt eine Vielzahl an Investitionsoptionen. Wertpapiere, gerade Einzelaktien und ETFs bieten einen gute Möglichkeit.

Haftungsausschluss:

Die Beiträge auf dieser Seite stellen weder eine Aufforderung zum Kauf, noch zum Verkauf von Wertpapieren dar. Bei den veröffentlichten Texten handelt es sich lediglich um Informationen und die Meinung des Autors. Jeder ist für sein Geld selbst verantwortlich.

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